Rindert’s Wunsch: “Ich wünsche mir, einmal den SIKU Hauptsitz zu besuchen.

Rindert hat zwei große Leidenschaften, er interessiert sich für militärische Boote und liebt alle Produkte von SIKU, einem deutschen Spielzeughersteller. Da lag es nahe diese Wünsche miteinander zu verbinden.
Rindert ist neun Jahre alt und kommt aus dem Norden Hollands. Er ist an Muskelschwäche erkrankt und sitzt in einem elektrischen Rollstuhl.
In Lüdenscheid hat SIKU seinen Hauptsitz. Die Mitarbeiter waren von Rinderts Interesse begeistert und stellten eine fulminante Führung durch das Werk zusammen. Um die Vorfreude auf den ersten Teil der Wunscherfüllung noch ein wenig zu steigern, besuchte Rindert am Tag zuvor mit seiner Familie das SIKU Museum an den deutsch-holländischen Grenze. Nach einer sehr angenehmen Nacht im Hyatt in Düsseldorf stand der Wunschtag Nummer 1 auf dem Programm.
In der Zentrale von SIKU wurde Rindert herzlich von Herrn Kalkuhl (Leiter Marketing und Service) und dem Dolmetscher Herr Verdnock begrüßt. Nach einer kurzen Präsentation und einem Ausblick auf die anstehende Führung ging es auch schon los.
Die Tour ging durch alle Bereiche der Produktion, Entwicklung und Qualitätssicherung. An jeder Station bot sich das gleiche Bild. Herr Kalkuhl erklärte die jeweiligen Arbeitsschritte, Herr Verdnock übersetzte diese und Rinderts Vater stellte sicher, dass sein Sohn auch alles genauestens verstanden hatte. Was folgte waren detaillierte Fachgespräche über alle Einzelheiten der Stationen.

Höhepunkte der Tour waren zum einen die Entwicklungsabteilung, in welcher normalerweise Zutritt für Außenstehende Personen verboten ist. Rindert durfte jedoch einen kurzen Blick hinter die Kulissen werfen. An einem Computer betrachtete er einen neu entwickelten Traktor. Zum anderen war es die Station Qualitätsprüfung. Hier werden sämtliche Spielzeuge auf Herz und Nieren geprüft. Rindert hatte die Möglichkeit einmal selbst Hand anzulegen. Er baute sein ganz eigenes Auto zusammen. Ein ganz besonderer Augenblick für Rindert.
Aber eine riesen Überraschung hatte Herr Kalkuhl noch vorbereitet. Bei einem kleinen Snack im Konferenzraum überreichte er Rindert einen ganz besonderen Traktor, der noch nicht auf dem Markt zu kaufen ist. Somit ist Rindert der einzige Mensch auf dieser Welt, der außerhalb der Türen von SIKU diesen Traktor besitzt. Ich versuche es erst gar nicht Rinderts Freude zu beschreiben.

Dies war ein gelungener Abschluss einer ausgesprochen tollen Führung von Herrn Kalkuhl. Einen großen Anteil an diesem Erfolg hatte auch Herr Verdnock, der mit seinem ansteckenden Enthusiasmus nicht nur Rindert, sondern auch die ganze Gruppe begeisterte.

Am Nachmittag ging es weiter nach Oldenburg, um dort zu nächtigen und am folgenden Morgen weiter nach Wilhelmshaven zu fahren, wo Rindert ein weiterer ganz besonderer Besuch bevor stand.
Am Wunschtag Nummer 2 ging auf die Fregatte „Hessen“. Vor dem Marinestützpunkt in Wilhelmshaven wurde Rindert bereits von einer Eskorte der Marine erwartet. Diese begleitete ihn direkt zum Schiff. Auf dem Deck der „Hessen“ stand die Mannschaft Spalier, als Rindert aufs Schiff kam. Fregattenkapitän Schulz begrüßte Rindert und seine Familie mit warmen Worten und stelle seine Mannschaft vor. Anschließend ging es unter Deck, um dank einer, eigens in niederländisch angefertigten Präsentation, alle wichtigen Funktionen, Fakten und Aufgaben einer Fregatte kennen zu lernen.

Wichtig zu erwähnen ist, dass solch ein Kriegsschiff zwar sehr groß ist, jedoch der Innenraum eng gebaut. Außerdem gibt es alle zehn Meter Schotten, die eine hohe Schwelle haben, wie auch sehr enge Treppenaufgänge. Dies stelle eine große Herausforderung dar. Jedoch hatte Kapitän Schulz vorgesorgt und seine zwei stärksten Männer Rindert zu Seite gestellt, um ihn an jeden Ort des Schiffes bringen zu können. Rindert fand dies natürlich großartig.
Nach der Präsentation ging es auf Erkundungstour durch das Schiff. Rindert sah die Operationszentrale, die Brücke, das Deck, die Kombüse und vieles mehr.
Selbstverständlich hatte auch Fregattenkapitän Schulz ein paar Überraschungen vorbereitet. So konnte Rindert einen Feuerwehrmann in kompletter Montur bewundern und bekam am Ende der Führung Geschenke überreicht.
Rinderts Favorit war das “Stirn“-Band mit dem Schriftzug „Fregatte Hessen“. Von unseren Kollegen aus Holland habe ich mir sagen lassen, dass er es gar nicht mehr abnehmen wollte. Weiter haben sie mir berichtet, dass Rindert immer noch nicht glauben kann, dass er wirklich ein militärisches Schiffes besuchen durfte. Auch dass er es geschafft hat, sich dank der Hilfe von den Soldaten auf dem Schiff zu bewegen macht ihn sehr stolz. Einen sehr großen Teil hat die Besatzung der Fregatte „Hessen“ mit ihrer umsichtigen Planung des Besuches dazu beigetragen.

Wie auf den Bildern deutlich zu erkennen ist, hatte Rindert eine unvergessliche Zeit bei SIKU und auf der Fregatte „Hessen“. Gleiches gilt auch für alle Begleiter.
Einen herzlichen Dank geht vor allem an SIKU und an die Deutsche Marine. Das Engagement und die Zusammenarbeit waren überwältigend und haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Johannes, Volunteer

